Hallo Wohnmobil!

Hallo Reisefreiheit.
Wir sind Wohnmobil Neulinge
Greenhorn’s 
Hatten gerade unsere Jungfern-Fahrt mit dem WoMo
Alles auf Anfang, beim Reisen 
Und wie und mit wem alles begann …..

Hier kommt Road Rock!

Road Rock

Unsere aller erste WoMo Tour. Ever. Nach 2 Jahren Pandemie-bedingtem Stillstand gehen wir wieder auf Tour. Und was für eine Tour: wir haben uns ein Wohnmobil gekauft! Jahrelang haben wir davon gesprochen, unterstützt von Onkel Klaus und Tante Erika, die 25 Jahre durch Europa, bis Afrika fuhren. Onkel Klaus sagte immer zu uns “macht es, jetzt seid ihr jung!”. Wir haben es gemacht, und uns ein Challenger Wohnmobil zugelegt. Baujahr 2010, 60.000 Kilometer. Ein kleineres Model, da ich auch fahren möchte und mir die großen WoMos derzeit zu viel Respekt abverlangen. Also ein WoMo ohne Schlafkabine ‘Alkoven’ über dem Führerhaus.

Schlafen! Das war eines der ersten wichtigen Recherche Themen.
Wie wollen wir schlafen? 

? Schlafkabine über dem Führerhaus: Nein! Abgesehen von der Enge, und der minimalen Höhe (Platzangst!), wie soll der Hund denn die Leiter hochkommen? 🙈

? Getrennte Betten rechts und links im Heck: Nein! Solange sind wir noch nicht verheiratet (19 Jahre!), das wir getrennte Betten wollen!

? Gemeinsames Bett quer hinten im Heck: Nein! Immerhin sind wir schon so alt das wir nachts mal auf die Toilette müssen, und dann muss einer über den anderen rüber krabbeln. Doof. 

! Die Lösung ist ein “Isla Casa”, ein Insel-Bett im Heck. 1,40m x 1,90m. 

Eine Herausforderung wie das ganze Wohnmobil mit seinen 12qm.
Zuhause schlafen wir auf 2.20m x 2.20m. 
Zuhause haben wir 350qm. 
Kleiner Unterschied.
Aber wir wollen Freiheit und Abenteuer.

Seit Januar hatten wir recherchiert, Anfang April hat es geklappt und jetzt sind wir zur ersten Test-Fahrt unterwegs. Wir müssen ja erstmal üben, bevor wir im Juli und August zur großen Tour nach Ost-Deutschland, Polen und ins Baltikum aufbrechen. 

Die Erste Test-Tour 
Ostwärts. Richtung Nationalpark Cabo de Gata 

Von unserem Wohnort Caleta de Velez fahren wir ostwärts auf der N340, der Nationalstraße entlang der Küste, die vor dem Bau der A7 ‘Autovia de Mediterraneo’ die Hauptverkehrsader entlang der spanischen Küste gewesen ist. Heute ist die N340 auf den meisten Teilen entspannt zu fahren, und bietet herrliche Ausblicke. Ostwärts, erstes Ziel ‘so um Roquetas del Mar’, vor Almeria. Da sollte als erste Tour erstmal reichen. 

Hinter Nerja ändert sich die Küstenlinie, wird hügeliger und waldiger (waldiger? Gibt es das Wort?). Rund um La Herradura und Almuñécar ist es herrlich, und immer wieder gerne gesehen. Aber wir wollen weiter. 

Die andalusischen Küstenorte Adra und Balanegra durchfahren wir mit gerümpfter Nase. Schlechte Straßen, an Afrika erinnernde Sahara-Staub braun-beige getünchte Häuser, Restaurants und Cafés geschlossen. Der auf Park4Night erwähnte Stellplatz liegt direkt am Fischerei-Hafen. Könnte schön sein, ist es aber nicht: rostige verrottete Kähne und eine Mini-Werft sind nicht wirklich charmant. Also weiter.

! Tipp  Ein Hilfsmittel ist die App Park4Night. Hier ist alles eingezeichnet was das WoMo Herz begehrt, Stellplätze Tag/Nacht mit teilweise Tagesaktuellen Bewertungen. Aber Achtung: es muss offiziell sein! In unserer zweiten Nacht in San Jose standen wir auf einem als “Tages Parkplatz” angegeben Gelände über Nacht. Meine Bewertung am nächsten Tag wurde mit der Begründung gelöscht, man wolle andere WoMo Fahrer nicht animieren, auch dort inoffiziell zu stehen. Naja, finde ich sehr kleinlich. Die App lebt von aktiven Kommentaren, und wir durften in der Nebensaison dort nächtigen !

Also, Adra und Balanegra war Schrott. Nächster Ort und Tipp von Tante Erika: Almerimar. Nicht etwa Almeria. Nein: Almerimar. Kleiner Küstenort mit sehr charmantem Jachthafen. Das mögen wir, schließlich haben auch wir bereits etliche Segel- und Bootsurlaube verbracht. Unsere allererste WoMo Nacht wollen wir nicht freistehend verbringen, und wir checken auf dem WoMo Parkplatz für 12 Euro die Nacht ein, plus 3 Euro Strom. 

René: “Strom? Wo ist das Kabel?”
Ich: „Kabel? Keine Ahnung.“ 
Wir texten Tante Erika: “Wenn man einen Platz mit Strom mietet, bringt man das Kabel selbst mit?”
Schreibe diesen Satz gerade auf dem Parkplatz eines Baumarkts, in dem René ein Kabel kauft. Learning by doing.

Auch die Sache mit der selbst Verpflegung lassen wir am ersten Tag außen vor, wir gehen essen und prosten auf unsere erste Tour. 

Abseits vom Jachthafen ist Almerimar etwas skurril: sehr viele Baustellen, neue Straßen entstehen, und Neubau-Gebiete. Der Golfplatz mit Hotel ist bereits im Betrieb, und – wie gesagt – ein toller Jachthafen lädt zum Boote gucken ein. Irgendwie erinnert mich Almerimar an die “Truman Show in der Entstehungsphase”. 

Plastik verseucht bis zum Strand
Vielleicht wollen die Stadtplaner ein Gegengewicht zur völlig Plastik-verseuchten Landschaft schaffen? Ernsthaft: diese Plastikplanen-Gewächshäuser sind eine völlige Verschandlung der Landschaft. Plastikplanen wohin man sieht, bis an die Strände. Im circa 100 Kilometer Umkreis von Almeria wird alles Obst und Gemüse angebaut, was das europäische Herz begehrt. Für die Spanier ein super Geschäft. Nord-Europa will im Dezember Erdbeeren essen? Süd-Europa baut sie an. Die Arbeiter, aka Plantagen-Pflücker? Viele Afrikaner, die übers Mittelmeer gekommen sind. Globalisierung und Flüchtlinge in einer eigens geschaffenen Welt. Harmonisch? Wer weiß das schon. Wir fanden die Gegend nicht schön. 

Guten Morgen.
Nächster Tag. Entspannter Kaffee, und Hunde Spaziergang am Strand. Nächstes Ziel: Cabo de Gato, der Nationalpark. Schön. Sehr schön. Sehr schön windig. Tolle Strände, Landschaft, Natur. ‘Warum sind hier keine Surfer, kite Surfer’, fragt René. Gute Frage. Wäre ein Paradies hier. Wir vermuten, weil es ein Nationalpark ist, und es einfach verboten ist. Im kleinen Ort Playa San Miguel Cabo del Gata hat alles geschlossen. Schade. Und interessant, es stehen bestimmt 30 Wohnmobile auf dem extra ausgewiesenen Parkplatz, Restaurants und Cafés hätten sicherlich Umsatz. Wir fahren weiter nach Las Salinas, und Lunchen im gleichnamigen Hotel Restaurant. Wunderbar. Salat des Hauses mit Avocado, Mango, Ananas, Honigmelone… neben den üblichen Zutaten wie Salat, Tomate, Zwiebel und Paprika.

Dann. Auf dem Weg nach San Jose. Küstenstraße? Nix da. Schotterstraße mit Schlaglöchern! Wir drehen um und fahren zurück, um von oben nach San Jose einzubiegen. Google Maps hallo. Bisschen genauer wäre gut, wenn ihr uns schon alle überwacht. 

Prost!
Jetzt stehen wir in San Jose auf einem Parkplatz, der nur vielleicht über Nacht für Wohnmobile erlaubt ist. Da wir nicht wegfahren wollen, haben wir um 17 Uhr die Flasche Wein aufgemacht. Betrunken darf man ja nicht wegfahren. Hoffen wir auf keine Strafe.

Abends – nach einer Wein-seligen Siesta – bummeln wir entspannt durch das Örtchen, San Jose gefällt uns gut. Mitte April haben viele Restaurants und Shops noch geschlossen. Im Sommer ist es sicherlich toll hier, kleine aber sehr charmante Bucht, nette Häuser, gemütlich und hübsch. Kann ich mir gut als Sommer Destination vorstellen. Volle 5 Punkte. 

Mittwoch 20. April 22
Der nächste morgen. Niemand hat uns gestört, wir haben in einer Reihe von 10 WoMo’s wunderbar geschlafen. Es war jedoch windig. Sehr Windig. Das WoMo hat gemütlich geschwankt. Jetzt am Morgen stellen wir fest, dass der vom Wind aufgepeitschte Sand wohl durch alle Ritzen kam, denn überall knirscht es. Ist es normal, dass der Wind durch alle Ritzen kommt? Wie machen das Surfer am Strand, sind die Dauer-paniert wie Schnitzel? Ist ja ziemlich unangenehm, wenn es zwischen den Zähnen knirscht. Werden Tante Erika fragen.

Spätestens über meinen Geburtstag Ende Mai, Anfang Juni wollen wir wieder los, Ziel diesmal ist Tarifa, und die Strände der Costa de la Luz. Mit den Surfern und Kitern, und Hippies. Bis dahin sollten wir die Sand-Frage geklärt haben. 

Nachmittags sind wir wieder zu Hause, auf 350 qm und mit einer ausführlichen heißen Dusche. Wir haben eine lange Liste mit Dingen die fehlen. Bereits recherchiert, bedarf aber weiterer Recherche: Geschirr! Das muss sowohl leicht, als auch unkaputtbar sein. Wer nicht von Plastik essen will (ich!) schaut nach Melamin Camping-Geschirr. Das entspricht zwar optisch nicht meinem ausgefallenen Geschmack, ist aber praktisch. Na gut. 

Bei einer Sache mache ich jedoch keine Kompromisse! Hat Onkel Klaus auch nicht gemacht! Beim Weinglas! Ich trinke nur aus Glas Gläsern. Punkt. Das rächte sich sofort, und bereits am ersten Abend in Almerimar flogen die Scherben. Nämlich als unser angeleinter Hund RockY eine Katze erspähte, von 0 auf 100 in unter 2 Sekunden los sprintete, und den kompletten Tisch mitriss. Das war das Ende der ersten Weingläser. Aber Scherben bringen ja bekanntlich Glück.

Ziel für die nächste WoMo Testfahrt: mit duschen und selbst kochen! Bis auf Katzenwäsche im Bad und Kaffee in der Küche haben wir es auf dieser Tour ruhig angehen lassen: die Restaurants haben sich gefreut. Das wird sich natürlich ändern. Let’s go Tarifa. 

Miete mich!! Wir vermieten unser Wohnmobil, wenn wir es nicht selbst nutzen. Die Internet Plattform Yescapa hat sich auf Wohnmobile spezialisiert, kuemmert sich um die Vermiet-Versicherung und Pannenhilfe. Also aehnlich wie AirBnb. Ihr findet unsere Anzeige hier

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