Qatar – 15 Jahre hinter Dubai?!

Wir reisen nach Qatar, ein stopover für 20 Stunden. Davon gehen alleine 45 Minuten für Immigration drauf, wobei es am Flughafen leer ist. Kaum Flugzeuge an den Gates, kaum Menschen in den Hallen, keine Schlangen bei der Einreise. Obwohl wir also nur 6 Personen vor uns haben, dauert es geschlagene 45 Minuten bis zur Gesichts-Erkennung, Fingerabdruck-Abgabe und Einreise. Tücke der Technik? Wissen wir nicht.

Mit dem Taxi in die Stadt

Am Taxi das uns in die Innenstadt Souq Waqif bringt prangt ein großer Kreditkarten Aufkleber, der alle Kreditkarten ausweist. Nach 20 Minuten Fahrt über leere Straßen – wir brausen mit 85 km/h durch die Innenstadt- will der Taxifahrer die Amex Karte nicht annehmen. “Würde nicht funktionieren “. Ja aber steht doch auf dem Aufkleber. “Geht nicht”. Dann nimm eine andere App. ….. 15 Minuten später hat er ein anderes Telefon gerückt, und die Zahlung funktioniert auch mit American express einwandfrei.

Weiter geht’s.

Hotel checkin.

Wo Dubai auf Nachhaltigkeit setzt, und auch in der Praxis bereits weitestgehend Papier- und plastikfrei ist, geht das in Doha so:

Nach Abgabe der Pässe an der Rezeption wird ein großer Papierstapel mit allen ausgedruckten und zusammen geklammerten Anreisen des Tages gezückt. Gemächlich blättert sich der rezeptionist (mit Maske, wie in der Pandemie) den durch Stapel, bis er unsere Buchung gefunden hat. Unsere Reisepässe werden nun sowohl fotokopiert, als auch eingescannt. Der mittlerweile von uns unterschriebene Buchungsausdruck wird von den Heftklammern etwas umständlich befreit. (Hilfe, meine Fingernägel), mit den Passkopien vervollständigt und erneut zusammen geheftet. Geschafft. Die weiteren Warte-Minuten der Computer Klimperei, werden durch einen kleinen Beschwerde Aufstand verkürzt: “ich war zuerst da, warum checkst du die Frau ein?” Viel arabisches Geplapper, von nicht weniger als drei Männern mit und ohne traditionelle Gewänder. Nach viel inschalah ist Ruhe.

Mal schauen wie es in Qatar weitergeht, wir haben noch 17 Stunden.

WTF Souq Waqif

Nach einer kurzen Ruhepause im Hotel wollen wir den Souq Waqif entdecken. Es ist ziemlich warm, geschätzte 33 grad. Es ist nichts los. Wo sind die Menschen? Nach Dubai erscheint uns Qatar extrem leer. Der große Platz vor dem Souq? Leer. Der Souq selbst? Wenige Menschen. Wir bleiben bis zum Dinner vor Ort, sitzen im Straßencafé bei Wasser und Cola und beobachten das nicht-Treiben. Zu späterer Stunde ab 18 Uhr wird es ein wenig belebter. Nicht voll, aber belebter.

Wir sehen berittene Polizeistreifen. Viele – sicherlich 50% – tragen die traditionellen arabischen Verschleierungen, viele davon auch mit ganz verschleierten Gesichtern. Wir fühlen keine Energie. Keine Dynamik. Nach dem Taxifahrer und dem rezeptionisten reißen die Kellner den Customer Service auch nicht heraus.

Doha ist doof.

Irgendwie. Es kommt nix rüber.

Man kann nicht jede Stadt mögen. Vielleicht sind wir auch von Dubai zu gehyped.

Auch 15 Stunden später ändert sich unsere Meinung über Qatar nicht.

Es fehlt an Freundlichkeit. Herzlichkeit. Ein Taxi zum Flughafen zu bekommen erweist sich am nächsten morgen um 6 Uhr als Odyssee: Uber Taxen bzw. das Internet geht nicht. An der Rezeption können (wollen?) sie kein Taxi bestellen. Die 2 Türsteher/ SicherheitsLeute können ein Taxi nur bei Barzahlung bestellen, wir haben aber kein Qatarisches Bargeld. Die Stimmung kippt, nicht nur aufgrund der frühen Uhrzeit. Auch um 6.15 Uhr ist noch keine Lösung in Sicht, und Boarding ist um 7 Uhr. Wir schwitzen nicht nur aufgrund der morgendlichen 27 Grad. Die Lösung kommt um kurz vor halb sieben, mit einem weiteren Sicherheits Mitarbeiter, dessen Schicht gerade beginnt. Er erbarmt sich und ruft uns ein Taxi, mit Kreditkarten Zahlung. Danke. Warum es seine Kollegen nicht hinbekommen haben, werden wir wohl nie erfahren.

Luft nach oben

Letztendlich ist diese Erfahrung eine weitere auf der Skala: Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und customer Service ist in Doha noch ausbaufähig. 15 Jahre hinter Dubai? Ja, finde ich schon. So fühlt es sich an, wenn der Chef was vorgibt, aber seine Mitarbeiter (hier Einwohner) nicht auf die Reise mitnimmt. Oder die Menschen wesentlich länger brauchen, um mit neuen Situationen umzugehen. Wir werden Qatar sicherlich noch einmal bereisen, jedoch nicht sofort.

 

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Katars aktueller Werbespruch. Ja überrascht waren wir durchaus

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In unregelmäßigen Abständen schreibe ich über unsere Abenteuer und Erlebnisse. Der bevorstehende Umzug nach Dubai bringt sicherlich viele Geschichten mit sich, wieviel Zeit ich zum Schreiben habe wird sich zeigen. Bei Interesse abonniert einfach unseren Newsletter und ihr werdet automatisch per E-Mail über neue Berichte informiert.

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