Never a dull moment. Kurzgeschichten aus unserem neuen Leben am Arabischen Golf.
Business – slowly but steady
Meetings über Meetings. Uns wurde gesagt, dass in den Sommerferien in Dubai alles langsamer läuft, da viele Expats in ihren Heimatländern sind, um der Hitze zu entfliehen. Davon merken wir derzeit allerdings nicht viel. Die Temperaturen sind noch okay. Wenn wir morgens um 6 Uhr rund um den See Gassi gehen, ist es fast noch angenehm. Fast. Das soll sich ändern. Angeblich liegen die Juli-Temperaturen in diesem Jahr unter dem Durchschnitt, jetzt soll es heißer werden.
René hat weiterhin viele Meetings mit Hotels, die uns das Netzwerk vermittelt hat, das ich seit Mai aufgebaut habe. Die Unterstützung in Dubai ist grandios, so viel Hilfe haben wir noch nirgendwo erlebt. Aber auch wir selbst sind nicht untätig: Die eine oder andere E-Mail hat bereits zu Gesprächen geführt.
Auf unserer Hotlist stehen derzeit drei potenzielle Locations, mit denen wir verhandeln. Unterschiedliche Voraussetzungen. Unterschiedliche Gegebenheiten. Unterschiedliche Geschäftsmodelle. Das ist alles sehr spannend, aber auch mental manchmal anstrengend.

Hinter den Kulissen
Auch hinter den Kulissen geht es voran. Unsere Website ist fast fertig und auch die Speise- und Getränkekarten nehmen Gestalt an. Unser kreativer Grafikdesigner hat uns gerade seine Entwürfe präsentiert, und wir sind begeistert.
Jetzt darf ich plötzlich nicht mehr Auto fahren!
Nachdem ich mich an die Straßenverhältnisse hier gewöhnt habe und wir einen neuen, riesigen, aber toll fahrenden Mietwagen haben, darf ich plötzlich nicht mehr fahren! Die Mietwagenfirma sagt, mein Führerschein sei abgelaufen. Auf meinem Scheckkartenführerschein steht jedoch kein Ablaufdatum, in dem Feld ist ein Bindestrich.
Panik-Anruf beim deutschen Konsulat in Dubai. „Da muss ein Ablaufdatum stehen.“ Nein, steht nicht. Ich rufe beim Ordnungsamt in Frankfurt am Main an, wo der Führerschein 2008 ausgestellt wurde.
“Doch, doch, der Führerschein ist gültig bis 2029.” Die nette Mitarbeiterin bestätigt mir das sogar schriftlich per E-Mail. Eine Weiterleitung an die Mietwagenfirma hat bislang keinen Erfolg gezeigt. “Sie fragen noch mal beim Straßenverkehrsamt nach”. Das dauert mittlerweile seit fünf Tagen. Mein ‘Chauffeur René’ ist nur mäßig begeistert….. Fortsetzung folgt.
Turnschuhe zum Nachtisch
Wir erhalten eine Anfrage von einem Restaurant in Blue Water, ob wir gemeinsam ein Oktoberfest veranstalten möchten. „Sie wissen nicht, wie das geht.“ Okay, wir wissen, wie das geht. Also Lunch-Meeting. Ich schaue mich im Restaurant um und frage zunächst: „Was ist denn euer Gastronomie-Konzept?“ Die Antwort: „Es ist ein bekanntes Konzept in Russland, das jeder kennt.“ Okay, aber wir sind hier in Dubai. Was ist also euer Konzept?
Die Restaurantmanagerin (aus Kasachstan) und die PR-Lady (aus Ägypten) sind nett, motiviert und wollen den Laden auf Vordermann bringen. Ich sehe jedoch keinen einzigen Gast und auch die Straßen sind um die Mittagszeit im Juli leer. Auf der Speisekarte finden sich die üblichen Hamburger und Spare Ribs. Leider erkenne ich nichts Russisches, was schade ist, denn ich mag russisches Essen.
Also Oktoberfest. Sie wollen Oktoberfest veranstalten, um den Laden zumindest eine Woche lang voll zu kriegen. Ich schaue mich um. Zwei Etagen. Keine Bühne. Ein kleiner Raum … Leider ist er so gar nicht für ein Oktoberfest geeignet. Wir gehen an der Dessert-Theke vorbei. In der stehen … Turnschuhe?! Mini-Turnschuhe aus Schokolade! Gefüllt mit Snickers! Ein Knüller. Geschätzte 1500 Kalorien! Das muss ich probieren.
Wir lunchen erst einmal und brainstormen dann. Schwierig … Hmmm, mal ueberlegen, ob und wie wir zusammen arbeiten.
Auf die Möbel, fertig, los!
Oder auch nicht. Unsere Möbel und Klamotten sind immer noch in Spanien. Es hat knapp zwei Monate gedauert, bis wir eine Emirates ID hatten, die die Spedition benötigt, um unseren Container loszuschicken. Nachdem René seine ID hatte, haben wir der Spedition in Malaga das Go gegeben. Nun bekommen wir die Info, dass der Hafen in Algeciras überlastet ist und es Tage, sogar Wochen dauern kann, bis der Container abgefertigt wird.
Was soll man dazu sagen? Mir fehlen meine Kleider. Wir sind mit nur einem halben Koffer pro Person hier angereist, die andere Hälfte des Koffers war voll gepackt mit allerlei Dingen wie Technik, Krempel, Unterlagen, Hundezubehör etc. Da ist ein Koffer schnell voll. Und nur ein halber Koffer Kleidung ist nicht viel. Ich komme mir schon blöd vor, weil ich auf allen Events die gleichen Klamotten trage.
HuTa? Hunde-Tagesstätte fuer RockY?
Wir besuchen eine Hundetagesstätte, um Rocky ab und an mal dort unterzubringen. Denn wir machen nach wie vor alle Meetings getrennt, damit immer einer von uns bei Rocky ist und somit Hundedienst zu Hause hat. Also eine Hundetagesstätte? Davon gibt es viele in Dubai. Die meisten mieten ein Lagerhaus in einem Industriegebiet an und bauen die Lagerhalle hundetauglich um. Wir schauen uns das mal an und fahren nach DIP (Dubai Investment Park).

Eine sehr freundliche Mitarbeiterin empfängt uns und erklärt uns den Ablauf. Natürlich müssen alle Impfungen vorhanden sein, inklusive Kennel Cough, also Hundehusten, eine typische Zwingerimpfung. Die haben wir nicht. Aus der Halle schallt lautes Bellen. Wir werden herumgeführt. Die Hunde sind nach Größe eingeteilt: Es gibt eine Mini-Gruppe, eine Midi-Gruppe und eine Maxi-Gruppe ab 40 Kilo. In jeder Gruppe steht ein Aufpasser. Uns wird erklärt, dass die Hunde von 9 bis 12 Uhr spielen, dann schlafen und von 15 bis 18 Uhr wieder spielen. Aha.
Und Rocky? Er trottet mit eingezogenem Schwanz hinter uns her und fühlt sich sichtlich unwohl. Er ist ja im Tierheim aufgewachsen. Vielleicht hat er schlechte Erinnerungen an eine solche Einrichtung? Als wir nach 30 Minuten wieder nach Hause fahren, sind wir uns einig: Rocky kommt nicht in die HuTa. Dann machen wir eben weiterhin getrennte Meetings.
Das erzähle ich unserem Grafikdesigner am nächsten Tag, der zu einem Meeting ein Quietschspielzeug namens Günther mitbringt. Er sagt: „Bring Rocky zu mir, ich passe auf ihn auf. Zack! Problem gelöst!
In Dubai gilt: Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. In anderen Ländern gilt: Alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten.
Dubai 2025

Wie geht es weiter in Dubai? Seid dabei
Das war unsere 10. Woche in Dubai. Vielen Dank für euer Interesse! Wir freuen uns ueber eure Kommentare und euer Feedback. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich weiter und berichte, wie es uns ergeht. Hier könnt ihr den Newsletter abonnieren: