Never a dull moment. Kurzgeschichten aus unserem neuen Leben am Arabischen Golf.
The highs are higher. The lows are lower.
Mein Leben war noch nie gradlinig, es ging immer auf und ab. The highs are higher. The lows are lower. So ist es auch in Dubai, das war ja zu erwarten. Es ist eine tägliche Achterbahnfahrt, von himmelhochjauchzend bis zu betrübt. Am Dienstag hat es uns voll erwischt: Der seit April besprochene Mietvertrag für unser erstes Restaurant mit einem Hotel in Dubai Creek sollte im August starten – das war verbal vereinbart. Plötzlich stellt sich heraus, dass der derzeitige Mieter noch einen Mietvertrag bis 2028 hat! Das haben wir am Dienstagmorgen erfahren. Schock. Entsetzen. Ungläubigkeit. Wut. Frust. Und jetzt?
Nur zwei Stunden später, als wir gerade wieder atmen können, erhalten wir per E-Mail die Einladung zu einer Besprechung. Wir sollen ein Oktoberfest auf einer der größten Veranstaltungen in Dubai organisieren, zu der jährlich 100.000 Besucher anreisen. Mega! Wir vereinbaren einen Termin für nächste Woche. Achterbahn par excellence. Wir brauchen echt starke Nerven!
Wie es im Dubai Creek weitergeht, werden wir berichten. Der Mieter möchte offenbar noch in diesem Jahr ausziehen. Ob wir das Oktoberfest veranstalten? Daumen drücken.

Ich hasse QR Codes!
Wer braucht schon Kellner? Auf den Tischen stehen QR-Codes. Der Code wird auf dem Telefon gescannt, die Karte öffnet sich, man klickt das gewünschte Gericht an, bezahlt sofort und die Bestellung wird automatisch an die Bar und die Küche weitergeleitet. Irgendwann wird das Essen dann an den Tisch gebracht.
Ich finde das schrecklich! Einfach furchtbar.
Die völlig degenerierte Gesellschaft hängt sowieso den ganzen Tag am Smartphone. Und nun auch noch im Restaurant? Hauptsache, gar nicht mehr unterhalten? Vorausgesetzt natürlich, dass alles reibungslos funktioniert. Ich kam bis zum Bezahlen, dann wurde mir jedoch der von Amex geforderte Link nicht geschickt. Da kippte meine Stimmung!
Im Restaurant möchte ich eine gedruckte Menükarte!
Im Restaurant möchte ich eine Kellnerin, die sich mit den Speisen und Getränken auskennt und die man etwas fragen kann. Verbal! Man spricht tatsächlich noch miteinander.
Ich habe mein Smartphone weggepackt und beim Kellner bestellt. Oh Wunder, es hat funktioniert. Diese QR-Code-Orgie ist leider gang und gäbe in Dubai.
Ich garantiere euch, dass wir im Bavarian Beerhouse gedruckte Speisekarten und gut geschulte Bedienungen haben werden.
Keine Bremsspuren im Schlüpfer
Ich glaube, darüber hatte ich vor Jahren bereits einmal berichtet: über die Hygiene auf arabischen und asiatischen Toiletten. Hier in Dubai gibt es neben Klopapier einen Wasserschlauch für das frische Gefühl. Den ganzen Tag Po(ren) tief rein, sozusagen. Und der Schlüpper bleibt auch sauber. Es geht aber noch besser: In London hatten wir bereits einen japanischen Toilettensitz installiert, der ein komplettes Waschprogramm von unten bietet, gefolgt von einem Föhn (jetzt bitte das Kopfkino wieder ausstellen). Als Krönung war der Sitz auch noch beheizt. Sobald wir in Dubai ein eigenes Haus haben, wird der Schlauch durch ein solches japanisches Hightech-Klo ersetzt!
Die Bahn, die auch fährt
Abu Dhabi und Dubai liegen 140 Kilometer auseinander. Derzeit wird am Hochgeschwindigkeitszug gearbeitet, der die beiden Städte innerhalb von 30 Minuten verbinden soll. Beschlossen, fertiggestellt und startbereit im Jahr 2026 – das mag ich an der Region. Hier wird nicht nur geredet, sondern umgesetzt. Ethiad Rail
Aufgrund der unerträglich heißen Temperaturen im Sommer hat Dubai vom 15. Juni bis 15. September alle Arbeiten unter freiem Himmel in der Mittagszeit untersagt. Ausgenommen sind Tätigkeiten im Schatten, wie beispielsweise die Arbeit des Tankwarts, da er ein Dach über dem Kopf hat. MOHRE
Ein bisschen Geschichte … früher und heute

Wie viele Deutsche leben in Dubai? Laut der AHK (Industrie- und Handelskammer) sind es mittlerweile 27.000, was einem rasanten Anstieg seit 2021 entspricht, als es nur 12.000 waren.
Die Briten sind mit 240.000 Expats vertreten. Bis 1971 standen die Vereinigten Arabischen Emirate unter der Schutzherrschaft Großbritanniens. Die sogenannten Trucial States, zu denen auch Dubai gehörte, standen seit dem 19. Jahrhundert unter britischem Protektorat (Schutzherrschaft eines Staates über einen anderen Staat) .
„Trucial States“ wird auf Deutsch oft als „Vertragsstaaten“ oder „Befriedete Staaten“ übersetzt. Die Bezeichnung bezieht sich auf die ehemaligen Scheichtümer an der Küste des Persischen Golfs, die im 19. und 20. Jahrhundert unter britischem Einfluss standen und deren Herrscher Waffenruhe-Verträge mit Großbritannien unterzeichneten.
Die Gesamtbevölkerung Dubais beträgt heute knapp 4 Millionen, die Menschen kommen aus über 190 Nationen. 90 % aller Einwohner sind Expats. Inder bilden die größte ausländische Gemeinschaft, gefolgt von Pakistan, und Bangladesch.
Damit die Emirati nicht ausgegrenzt werden, gibt es seit kurzem eine 7 %-Regel: 7 % der Mitarbeitenden eines Unternehmens müssen Emirati sein. Ich bin gespannt, wer bei uns im Bavarian Beerhouse arbeiten wird.
Wilder Westen in Pakistan
Abgesehen von den Katastrophenmeldungen über Terror, die in den Nachrichten laufen, weiß ich eigentlich gar nichts über Pakistan. Umso spannender, dass eine AHK-Veranstaltung mit dem Partnerland Pakistan stattfindet! Ich höre interessiert zu!
Meine wichtigsten Erkenntnisse: Das Durchschnittsalter beträgt 20,5 Jahre. Ein junges Land also. Es fehlt jedoch an Strukturen. An Infrastruktur. Organisation. Compliance. Wilder Westen also. Pakistan, insbesondere Karachi, hat massive Wasserprobleme und benötigt Entsalzungsanlagen. Doch auch die internationalen Konsortien und die europäischen Expertenteams vor Ort können nicht zaubern. Viele Fabriken befinden sich in ländlichen Gegenden mit schlechten oder gar keinen Straßen. Das ist schwierig. Von Reisen in etliche Gebiete wird abgeraten, insbesondere für westlich aussehende Frauen.
Pakistan braucht Geld. Also Investoren.
Die Botschafter und Diplomaten sagen jedoch, dass das Land erst einmal selbst helfen muss, bevor es Hilfe von außen oder vom IWF (Internationaler Währungsfonds) erhält.
Schwierig. Sehr schwierig. Aber auch spannend. Mir gefällt es, Einblicke in Länder zu bekommen, die bislang unterhalb meines Dunstkreises lagen.
Arbeiten in der Mittagshitze draussen von Juni – September eingestellt.
Dubai 2025

Wie geht es weiter in Dubai? Seid dabei.
Das war unsere 5. Woche in Dubai. Vielen Dank für euer Interesse! Wir geben weiter Vollgas und lassen uns nicht unterkriegen.
Eure Kommentare und euer Feedback sind uns wichtig und wir freuen uns darüber. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich weiter und berichte, wie es uns ergeht. Hier könnt ihr den Newsletter abonnieren: