Never a dull moment. Kurzgeschichten aus unserem neuen Leben am Arabischen Golf.
Hard work pays off

Mein Hauptjob, seitdem wir in Dubai sind: Auf Events gehen, Kontakte knüpfen und unser Netzwerk aufbauen. In diesem Job bin ich richtig gut und muss mir selbst mal auf die Schulter klopfen. Die Aussagen „Von euch habe ich schon gehört“ häufen sich. Sowohl online als auch offline durch Mundpropaganda.
Wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf
Eben dieses Netzwerk hilft uns nun ein neues Venue zu finden. Denn ja, wir haben im Hotel im Dubai Creek den Stecker gezogen. Wir sind nicht bereit, dem derzeitigen Mieter der Räumlichkeiten eine Abstandszahlung zu leisten, weil der Hotelmanager es versäumt hat, den Mietvertrag zu kündigen. Wir holen nicht für jemand anderen die Kartoffeln aus dem Feuer.
Natürlich ist es ärgerlich, da wir mit dem Hotel seit April gerechnet haben. Interessant sind die Reaktionen, wenn wir den Grund für die neue Suche erzählen. „Das ist typisch für Dubai.“ „Passiert hier oft.“ Ich frage mich, wie hier gearbeitet wird … das kann ja heiter werden, haha.
Restaurant hunting
Die ganze Woche stand nun also im Zeichen einer neuen Location. René hatte Termin über Termin und war jeden Tag unterwegs. Insgesamt 400 Kilomter von Nord nach Sued, nach Nord – so ging es jeden Tag. Eine Location-Suche ist wie eine Haussuche: ein Wechselbad der Gefühle von Hoffnung, Anspannung und Aufregung, und dann leider oft Enttäuschung, wenn die Location nicht passt.
Warum passt eine Location nicht? Das Problem in Dubai sind unter anderem die Mietverträge. Hotels bieten nur Mietverträge über drei bis fünf Jahre. Wenn es dann super läuft, sieht das Hotel einen Goldesel und erhöht die Miete massiv. Das führt dazu, dass viele Restaurants das Hotel verlassen und sich eine neue Location suchen. Das heißt auch, dass kein Restaurant großartig in Räumlichkeiten oder gar Küche investiert. Warum auch? Wenn man aller Wahrscheinlichkeit nach nach fünf Jahren wieder umzieht? Deshalb sehen die meisten Küchen unterirdisch aus, zusammengebastelt und schlecht gemacht.
Die Spannung steigt
René und ich waren schon immer das perfekte Team. So unterschiedlich wir auch sind, wir ergänzen uns perfekt. Bis Donnerstagabend verliefen die Besichtigungen negativ, es war nichts dabei, was zu uns passt. Am Freitag jedoch taten sich gleich mehrere positive Fenster auf. Drückt uns die Daumen, vielleicht klappt es ja doch noch mit der geplanten Eröffnung im August 2025.

Es geht auch ohne Dröhnung
Nebenbei bemerkt: Viele Cafés und Restaurants sind „dry“, das heißt, sie servieren keinen Alkohol. Das führt zu fantastischen alkoholfreien Speisekarten mit ausgefallenen Getränken aller Art. Kennt ihr einen „Nitrogen Fruit Coldbrew“? Hatte ich noch nie probiert.
Auf dem Highway ist die KI los
Mein Auto-Trauma ist überwunden, ich bin souverän unterwegs und halte an meinem Konzept fest „Stur auf der Spur“! Und: Hände schön am Lenkrad! Es gibt ein neues KI-gestütztes Radarsystem, das erkennt, wenn man das Handy benutzt oder isst, während man fährt. Dafür gibt es gleich Punkte und Geldstrafen. Hände am Lenkrad ist auch sicher, denn pöbelnde Handzeichen gegenüber anderen Fahrern werden auch geahndet, also nichts mit dem Vogel zeigen oder Schlimmeres. Auch daran habe ich mich gewöhnt. Ich krakele nun halt verbal bei geschlossenem Fenster, denn ich finde Autofahren in Dubai nach wie vor unhöflich. Es gibt keine Reißverschluss-Regel, sondern es wird eher noch Gas gegeben, um die Lücke zu schließen. Alles Rüpel hier auf den Straßen!
Diese Woche in den Medien
Eine Frau hat eine 7.000 AED (knapp 2.000 Euro) teure Handtasche gestohlen. Sie wurde auf Videoaufnahmen erkannt, kam für einen Monat ins Gefängnis und wurde anschließend deportiert.
Es gibt ein neues Gesetz für Influencer und Journalisten in Dubai: Keine Kritik an Religion, dem Scheich oder dem Land.
Es ist doch alles Gold, was glänzt.
Dubai 2025

Wie geht es weiter in Dubai? Seid dabei
Das war unsere 7. Woche in Dubai. Vielen Dank für euer Interesse! Wir freuen uns ueber eure Kommentare und euer Feedback. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich weiter und berichte, wie es uns ergeht. Hier könnt ihr den Newsletter abonnieren:
2 Comments
Andreas
Das zeigt mal wieder wer in Offenbach fahren kann, der kann auf der ganzen Welt fahren 🙂
Weiterhin alles gute für Euch, das wird schon klappen.
Anonym
Mein lieber Andreas, ich bin Frankfurterin! Mit Verlaub, das muss ich richtigstellen 🤪 🤣