Rustikal, aber charmant
„Warum sind viele Gebäude so verfallen?“ Diese und viele andere Fragen beantwortet der Stadtführer auf dem knapp 3 stuendigen Tour durch Porto. Wir haben eine ‚free Tour‘ gebucht über die App GuruWalk, man zahlt also nach der Tour soviel wie man möchte. Treffpunkt 10.45 Uhr, da ich ein wenig zu spät komme habe ich bereits um 10.46 Uhr eine WhatsApp, ob ich noch komme. Wow. Moderne Kommunikation.

Also los geht’s am Brunnen der zwei Löwen, neben den 2 Kirchen, die durch ein schmales Haus in der Mitte verbunden, bzw. getrennt sind. Leider gleicht der Platz einer riesigen Baustelle, die Metro UBahn wird um ganze 2 Stationen erweitert und Porto wird untergraben. Unser Tourguide Fabian kommt ursprünglich aus Amsterdam, wohnt seit 2018 in Porto und führt Porto von Reth Charme und Witz durch seine neue Heimatstadt.
Porto – älteste Stadt Europas?
Seit 3000 (!) Jahren ist die Gegend von Porto besiedelt. Irgendwann kamen die Römer. Die Franzosen. Die Mauren – Araber. Also wie überall, alle haben mal angeklopft. Heute ist Porto eine wichtige Industrie- und Handelsstadt, und ein Touristen Magnet an der Mündung des Douro Flusses. Touristen Magnet und Kreuzfahrt Stopp, es quälen sich unzählige Besuchergruppen durch die Stadt, deren Tourguides sich mit Hilfe von Mikrofonen, Verstärkern oder einfach nur einer sehr lauten Stimme Gehör verschaffen.
Britische Bruderschaft
Fernab des Baulärms, und ein wenig abseits anderer Gruppen unter schattigen Bäumen, beginnt Tourguide Fabian die Geschichten der Stadt zu erzählen. Die Portugiesen und die Briten sind ganz dick befreundet. Und zwar seit dem 13. Jahrhundert mittels Verteidungs- und Handelsverträgen. Wenn jemand Portugal einen auf die Mütze geben will, kommen die Briten zur Verteidigung- und umgekehrt. Festgehalten ist dieses im ‚Vertrag von Windsor‘. Treaty of Windsor.
Die Briten waren es auch, die den Portwein erfanden. Sozusagen. Die nordeuropäischen Freunde genossen den portugiesischen Wein und beschossen, diesen nach Großbritannien zu exportieren. Bei Ankunft im fernen England war der Wein jedoch schlecht geworden. Wie schade. Das muss doch anders gehen?! Also wurde der Gärprozess gestoppt, die Trauben reiften nicht zu Ende, und lecker süßer Portwein kam in England an. Die ganze Geschichte kennt Wikipedia
Krieg und Kirche
Die Tour geht weiter, und Fabian erzählt. Wie in jedem Land, dreht(e) sich vieles um Krieg und Kirche. Wer mit wem. Wer gegen wen. Wer hat wen wann verprügelt, besetzt, überrannt usw. Es gibt 70 (!) Kirchen in Porto, mit den entsprechenden Geschichten dazu. Da mich Kirchen nicht sonderlich interessieren, richte ich mein Hauptaugenmerk auf die Straße. Den da ist Musik drin.
And now. The End is here
Straßenmusiker sind überall. An einer Ecke begrüßt uns Frank Sinatra’s ‚My Way‘, einige Ecken weiter tönt Eric Clapons ‚Tears in Heaven‘. Dazwischen einige portugiesisch Melodien, die dramatisch klingen, und vielleicht die sensible Seele des Landes widerspiegeln?!
Auf den ersten Blick sind Porto(ganer?) nicht überfreundlich. Will man jedoch das Herz der Einwohner erobern gibt es genau zwei Themen: ‚der Sieg Portugals bei der Fußball Europameisterschaft 2016, und der Hass auf Lissabon‘. Diese und andere Anekdoten gibt es von Fabian neben all den Fakten über die Stadt.
Die Lach Allee
Wir schlendern weiter durch die Lach Allee, die mit herzerfrischenden Skulpturen begeistert, bei denen sich Menschen vor Lachen ausschütten, am Boden kringeln und sich den Bauch halten vor Humor. Wie nett ist das denn!
Weniger nett sind die Touristen Massen.
Anstehen zum Straße überqueren
Touristen sind überall. Seitdem im Hafen von Porto Kreuzfahrtschiffe anlegen, brummt das Geschäft der Tourguides. Und seitdem die Metro unterirdisch erweitert wird, die Stadt also einer Großbaustelle gleicht, sind einige Passagen und Kreuzungen gar übervölkert. Anstehen zum Straße überqueren, in Porto! Nach knapp 3 Stunden habe ich genug, die Tour ist auch vorbei.
Flusspromenaden Kirmes
Ich schlendere noch ein wenig entlang der sehr touristischen Fluss Promenade, die einer Kirmes gleicht. Gegenüber liegt der Stadtteil Gaia, der all die Portwein Brauereien beheimatet. Fabian hatte erzählt, das man als echter Porto geborener keinesfalls in Gaia wohnt, das ist wohl ähnlich wie Frankfurt und Offenbach 😉
Ein kleiner Schlenker durch die entzückende Nebenstraßen, in denen das Tagesmenu nur 8 Euro kostet. Und man sitzt herrlich auf der Straße. Und dann geht es mit einem Bolt Taxi zurück zum Wohnmobil, es war eine spannende Tour und ich empfehle Porto. Unsere Tour geht weiter ins Douro Tal, dem Weinanbaugebiet nahe Porto.
Reist virtuell mit uns
Nach unserer Sommertour 22 ins Baltikum und 23 auf den Balkan geht es nun 24 entlang der europäischen Atlantikküste – bis in die Bretagne. Vorbei an Lissabon, nach Asturien. Galicien. Immer an der Küste entlang. Nach Frankreich. Über Biarritz in die Bretagne. Zurück durch die Champagne und die Ardèche. Wir sind gespannt, was uns erwartet! Abonniert unseren Newsletter und ihr werdet automatisch per E-Mail über neue Berichte informiert.